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Sorge um unsere Schöpfung - Zeit zum Handeln   

ite – Die Eine-Welt-Zeitschrift – weltoffen – franziskanisch – engagiert

Liebe Leserinnen und Leser

1992 konnte ich als Berichterstatter von Zeitschriften und Presseagenturen nach Rio de Janeiro an den UNO-Umweltgipfel reisen. Ich habe dort neben vielem anderem ein wichtiges Wort gelernt: biodiversidade (brasilianisch) – Artenvielfalt (deutsch).

Was mir und andern Beobachtern auffiel, war die Präsenz von Hunderten von Nichtregierungsorganisationen. Viele von uns lernten dort ein anderes neues Wort: die englische Bezeichnung für diese Gruppierungen, die erstmals so zahlreich und so aktiv auftraten: Non-Governmental Organization, abgekürzt NGO.

Wie Sie alle wissen, gab es kurz vor Weihnachten in Paris einen weiteren UNO-Umweltgipfel mit überraschend positiven Entscheiden. Umweltschützer, Politiker und Diplomaten hoffen nun und setzen sich dafür ein, dass «Paris» die grösseren Konsequenzen hat als «Rio». Auch wenn 1992 in Brasilien beispielsweise mit Nachdruck vom Erhalt der Artenvielfalt gesprochen und so vieles beschlossen wurde, ging seither das Sterben der Arten in beängstigender Weise weiter.

Neben «Paris» gab es 2015 im Bereich der Umwelt einen weiteren Lichtblick für die Bewahrung der Schöpfung: die Umwelt-Enzyklika «Laudato si» von Papst Franziskus. Ursprünglich wollten wir unsere vorliegende Nummer vollständig diesem Aufsehen erregenden Schreiben widmen. Wir sahen aber, dass schon unzählige Medien darüber ausführlich berichtet haben.

Allerdings: Wir wollen das hervorragende päpstliche Schreiben selbstverständlich nicht ignorieren. Im Einführungsartikel und auch auf manchen der folgenden Seiten finden Sie bedenkenswerte Ausschnitte aus «Laudato si». Dazu gibt es Mut machende Beispiele von gelingenden Bemühungen um den Schutz der Umwelt.

Ganz wichtig: Soll unsere Mitwelt und unsere Zivilisation und Kultur überleben, reicht es nicht, wenn UNO-Diplomaten oder ein Papst schöne Beschlüsse und Dokumente veröffentlichen. Nur wenn im Alltag jeder Mensch mit der Schöpfung achtsam und sorgfältig umgeht, gibt es eine Zukunft für alle.

Herzliche Grüsse

Walter Ludin, Chefredaktor
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