ite/frères en marche
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Wie kriege ich Zeit?   

«Zeit hat nur, wer auch Zeit verschwenden kann.»

«Zeit hat nur, wer Zeit auch verschwenden kann.» Vor Jahren fiel mir dieser Aphorismus ein. Ich meinte damit: Ich verfüge nur dann über meine Zeit, wenn ich nicht 24 Stunden verplant bin; wenn ich spontan etwas Unvorhergesehenes tun kann, das sich nicht unbedingt lohnt und auch nicht lebensnotwendig ist.

 Doch wie komme ich zu dieser Zeit? Einige Ideen:

  • Ich habe den Mut, auf eine Anfrage Nein zu sagen, auch wenn ich dabei den Ruf verliere, ein netter Mensch zu sein, der sich stets für die andern einsetzt. Was selbstverständlich nicht heisst, dass ich ein Egoist werden will ...
  • Schon vor fast 40 Jahren hat der damals sehr bekannte Medienpädagoge Franz Zöchbauer uns während einer Studienwoche beigebracht: «Habt den Mut, täglich eine Fernsehsendung zu verpassen.» Ich füge hinzu: Oder einen Bestseller zu lesen, von dem alle sagen, man «müsse» ihn gelesen haben.
  • Abschied vom Perfektionismus! Wagen wir es, Fehler zu machen. Dann bekommen wir das befreiende Gefühl, dass die Welt trotzdem nicht untergeht. Und den Fehler bemerkt kaum jemand. Wir aber gewinnen wertvolle Zeit.
  • Und vergessen wir nicht: Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Oder wie es in den 68er-Jahren ein berühmter Dichter formuliert hat: «Der Mensch ist nicht nur Produzent und Konsument.» Eigentlich sollte ich den Autor suchen. Und würde dabei vielleicht eine Viertelstunde verlieren. Ich lasse es sein. So wird dieser Beitrag hier unperfekt bleiben. Und ich gewinne Zeit!

 Walter Ludin

 

PS. Ich habe diese Gedanken im Rex- Geschenkbuch «Selig die Gelassenen» weiter ausgeführt. Es ist eines meiner wenigen Büchlein, die eine zweite Auflage erlebt haben. Leider ist es vergriffen, doch an etlichen Orten noch antiquarisch erhältlich. Wenn man bei Google den Titel eingibt, bekommt man mehrere Hinweise auf Kaufgelegenheiten.