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Unterschiede als Chance

Mauritius ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Hier treffen sich im Alltag die Gläubigen der verschiedensten Religionen. Man drückt miteinander die Schulbank, man begegnet einander auf der Strasse oder bei der Arbeit. Es werden freundschaftliche Bande geknüpft.

Von überall her

Die Menschen sind sehr religiös und bekennen ihren Glauben, seien sie nun Kreolen, Hindus oder Muslime. Drei grosse Religionen prägen das Gemeinschaftsleben der Menschen, die von aussen gekommen sind. Es ist eine Bevölkerung, die auf dieser Insel das Gastrecht geniesst. Es sind Nachfahren von holländischen, englischen und französischen Kolonialisten, Leute aus der Welt der Weissen. Es sind Abkömmlinge von Sklaven, welche 1835 freigelassen wurden, Leute aus der kreolischen Welt, Abkömmlinge von Leuten auch China, Hindus aus Indien. Diese bilden die Mehrheit. Dann folgen die Christen und die Muslime aus Pakistan.

Kultureller Reichtum

Das Mosaik aus verschiedenen Religionen ist der kulturelle Reichtum dieser Insel. Es ist eine Chance, den Glauben mit anderen zu leben und zu vertiefen, damit Vorurteile abgebaut werden können. In der Vergangenheit gab es Auseinandersetzungen, weil materielle oder politische Interessen eine grosse Rolle spielten. Es ist immer möglich, dass man sich angegriffen fühlt und dann heftig reagiert. Das Leben auf Mauritius gleicht unserer Lebensart: Immer wieder müssen Kompromisse gesucht werden, damit man zusammenleben kann.

Offener Geist

Die beiden elsässischen Missionare Raymund Zimmerman und Jean-Luc Ringer widmen sich auf Mauritius in besonderer Weise dem interreligiösen Dialog. Sie kennen keinen Bekehrungseifer. Nur der Dialog kann das eigene Leben und das des anderen bereichern. In diesem offenen Geist steckt eine geschwisterliche Aufmerksamkeit, welche zeigt, dass der Geist Gottes eint und nicht trennt. Diese Offenheit ist wie eine Brücke. Und hier sieht die Kirche ihren Auftrag: Brücken bauen zwischen den Kulturen. Jeder wird in seinem Glauben gestärkt, wenn er den Glauben des anderen anerkennt. Jeder soll seinen eigenen Glauben leben, ohne etwas davon aufzugeben. So soll der Muslime überzeugt sein, dass sein Glaube es verdient, gekannt und somit auch verbreitet zu werden. Das soll Christen nicht erschrecken, sondern eine befreiende Reaktion der christlichen Energien erzeugen. Wir haben keinen Krieg zu führen gegen die anderen, sondern höchsten einen gegen uns, weil wir den Sinn für das Zeugnis und den Wert unseres Glaubens in Christus verloren haben.

Islam

Bei aller Toleranz dürfen wir nicht naiv sein. So wäre es blauäugig, zu meinen, der Islam wolle keinen Einfluss auf die Gesellschaft nehmen. Aber vergessen wir nicht: Auch wir Christen und Christinnen haben ein „gesellschaftliches Projekt“. Wir sind doch aufgerufen, Salz der Erde zu sein. Es gilt, diesen Auftrag wieder zu entdecken.

Bernard Maillard
Übersetzung: Gebhard Kurmann

 

ite2003/04

Mauritius

ite 2003/4

Mauritius – eine Paradiesinsel?
Begegnung der Religionen
Schule für die Ärmsten