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Eine Meditation von Ludwig Bertsch

«Alle Völker werden von Ihm zusammen gerufen…
und ihre Leuchte ist das Lamm.»

José Mulamba, ein jüngerer Künstler aus dem Umkreis des Meisters Kamba Luësa, sieht in seinem Bild vom Weltgericht die Vision des Matthäus (25,31-33) in einem mit der Schau der Offenbarung (21,22-27). Die Scheidung, die das Lamm vollzieht, ist eindeutig: auf der einen Seite die Geretteten, in den warmen und erwärmenden Farben Gelb, Ocker, Orange, Rot.

Die Masken, Symbol für die Ahnen und alle Menschen, die im Dorf der Ahnen leben, sind im Bereich des Lichtes und damit des Lebens, der Geborgenheit und Versöhntheit. Kostbarer Schmuck, eine Gabe des Lammes, tragen die Bürger und Bürgerinnen des himmlischen Jerusalems, das aus Gold und Edelsteinen gebaut ist.

[bild19064w250l]Unter diesen Masken sind auch die der Ahnen, der Eltern oder Grosseltern, die, obwohl sie Christus nicht gekannt haben, nach Gottes Willen gelebt haben, in der Rechtschaffenheit ihres Herzens(„dans la droiture du coeur“; Messritus des Kongo).

Die andere Hälfte des Bildes ist im Dunkel, wie von den Tiefen des Meeres verschlungen. Grosse Tränen überein vergebliches Leben fallen in die Wasser des Verderbens. Aller Schmuck ist ihnen abgefallen.

Alles das kommt von dem Lamm, von Jesus Christus, der tot war und lebt.

Er steht in der runden Sonnenscheibe als das Lamm, das geopfert wurde und das so die Menschen in seinem Lichte versöhnt. Wer an ihn glaubt, ist gerettet. wer nicht glaubt, ist schon gerichtet. Er hat sich selbst gerichtet.

Über der ganzen endzeitlichen Vision der Offenbarung steht das Wort, das vom Throne kommt: „Seht ich mache alles neu.“ Gilt dies nicht auch für die linke Seite des Bildes, auch wenn wir nicht wissen, wie solches geschehen könnte – wie Gottes unwiderrufliche Gerechtigkeit und seine alles tragende Liebe so miteinander wirken, dass weder von dem einen auch nur ein Jota abgewichen wird noch dem anderen eine Grenze gesetzt wird.

Ludwig Bertsch SJ

ite2004/5

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