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Es hat mich zum kirchlichen Engagement hingezogen | (c) presse-bild-poss
Es hat mich zum kirchlichen Engagement hingezogen | (c) presse-bild-poss

Von der Lust mit andern den Glauben zu teilen

Ich habe im Lauf der Jahre in der Kirche verschiedene Engagements übernommen. Mit meinem Mann habe ich junge Leute auf die Hochzeit vorbereitet. Ich habe ältere Menschen auf ihrem letzten Wegstück begleitet, und ich engagiere mich jetzt als Katechetin in einer Klasse von 11 bis 12-jährigen Kindern. Die Kinder machen interessiert mit, und das Programm, das uns zur Verfügung steht, ist ausgezeichnet. Wir reden miteinander in einer interaktiven Weise von biblischen Texten des Alten und Neuen Testaments; es ist genau diese Methode, die die Kinder heute brauchen.

Nach einem Jahr mit der neuen Methode, gelingt es den Kindern, zu den Texten Beziehungen aufzubauen und auch den Kontakt mit dem Leben herzustellen. Vier- bis fünfmal gestalte ich auch Familiengottesdienste und Einkehrtage für die Kinder. Ich mache auch bei der Begleitung des Firmweges der 15 bis 16-Jährigen mit.

Glaubenserweckung

Ich habe mich eigentlich nicht in einem kirchlichen Engagement gesehen, aber alles hat mich dorthin gezogen. Als mein ältester Sohn dreijährig war, erhielt ich vom Priester eine Aufforderung, an einer Glaubenserweckung teilzunehmen. Ich sagte mir, dass ich der Einladung Folge leisten sollte, bevor ich mir eine Meinung bilde. An diesem Abend war ich die einzige Mutter.

Der Priester meinte, es sei besser, wenn eine Mutter die Kinder und ihre Mütter zur Glaubenserweckung einladen würde. Und so fing ich an. Das ist jetzt schon fünfzehn Jahre her, und ich bin noch immer dabei. Ich habe meine Kinder zur Glaubenserweckung begleitet, dann zur Katechismus-stunde und schliesslich auch auf dem Firmweg. Es kamen von selbst immer neue Engagements dazu; ich habe meine Arbeit immer mit grosser Freude gemacht. Das ist nicht schwierig: man muss nur Lust haben, mit anderen den Glauben zu teilen; man braucht etwas Geduld mit den Kindern und man muss sie gern haben.

Herausgefordert

Die Jugendlichen und die Kinder nötigen mich, meine Kenntnisse zu vertiefen. So kann ich mich besser in den Dienst der Gemeinschaft  stellen. Auch mein Glaube gewinnt tiefere Dimensionen, er wird stärker und glaubwürdiger. Ich glaube, dass es heute wichtig ist, dass die Jugendlichen auf Zeugen des Glaubens stossen. Die Jugendlichen halten Ausschau nach Spiritualität, sie suchen und sind auf Menschen angewiesen, die mit ihnen gehen. Ich frage mich, wie ich es bewerkstelligen kann, dass auch sie es wagen, sich zu engagieren und für andere Zeugen zu sein. Ich glaube, dass wir zurzeit zu «ängstlich» sind und darum zu wenig zu unserem Glauben stehen. Das finde ich schade.

Papst Franziskus hat mich am meisten betroffen gemacht mit seinem Satz: «Wir sollen es wagen, an die Peripherie unserer Kirche zu gehen.»

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich umsetzen kann, was der Papst uns da sagt, und dass wir in einer Kirche leben können, die ihre Türen weit offen hält.

Nadine Crausaz

Übersetzung: Thomas M. Huber