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Als Freiwilliger im Tschad

Um sieben Uhr morgens öffnen die Büros der bischöflichen Prokura. Es beginnt für mich der Besuch bei mehreren Baustellen, bevor die grosse Hitze hereinbricht.

Zunächst einige Kilometer über Asphaltstrassen innerhalb der Stadt, dann über Naturstrassen in Aussenquartieren von N`Djamena. Da nimmt ein einstöckiges Haus langsam Gestalt an. Darin wird die Gemeinschaft der Salesianer wohnen. Gerade gegenüber befindet sich eines ihrer Jugendzentren. Die Bauarbeiten wurden einer kleinen Firma vor Ort anvertraut. Doch die Patres haben gewünscht, dass jemand vom technischen Büro ein Auge auf die Ausführung hat. Die Arbeit geht wirklich flott und sachgerecht voran. Es gibt bloss einige kleine Diskussionen mit dem Vorarbeiter wegen schlecht platziertem Stahl im Beton. Und weiter geht`s mit Planen der Arbeiten für die nächsten Tage. Wie überall kommt es auch da zu Verspätungen im Terminplan. Man muss sich dann wieder sputen und aufholen. Und schon wieder bin ich unterwegs.

Die zweite Baustelle heute ist ein Haus für den Wächter auf einem kürzlich von der Diözese gekauften Grundstück. Da wird bald einmal eine Pfarrei entstehen, weil die Stadt sich hierher ausdehnt. Hier habe ich es mit einem „Zögerer und Zauderer“ zu tun. Er scheint meinen Plan nicht zu verstehen. Erst nach einigen lautstarken Zurechtweisungen und Erklärungen befinden sich die Fenster da, wo sie hingehören.

Halt in der Schule des Bistums

Der Direktor wünscht von mir einen Kostenvoranschlag für die Instandstellung von zwei Klassenzimmern. Ich nehme hier und dort Mass und gehe auch in ein benachbartes Schweissatelier, wo man zur Zeit Türen herstellt für ein weiteres Bauunternehmen unter meiner Regie.

Verschnaufpause

Dann eine kleine Verschnaufpause mit den Arbeitern. Da kann man so nebenbei Wünsche anbringen und sich beklagen über die zahlreichen Stromausfälle, welche die Arbeit erschweren und verzögern. Zurück in meinem Büro bespreche ich mit Pater Ökonom den heutigen Stand der Arbeiten. Ich schaue auch auf die Pläne für den nächsten Tag. Noch bleibt ein wenig Zeit für das Berechnen der Ausgaben für die Schule und für das Planen eines Schwesternhauses. Die Abrechnung und den Abschluss werde ich dann heute Nachmittag oder auch erst später machen. Denn jetzt ist Schluss für heute Morgen.

Eine andere Kultur

Die Diözese von N`Djamena ist noch jung. Aufbau und Ausbau verschiedener Gebäulichkeiten stehen an und lassen im Konstruktionsbüro viele Arbeiten anfallen. Alles ist sehr abwechslungsreich. Für mich bedeutet es eine tolle Herausforderung und Erfahrung. So kann ich meine beruflichen Fähigkeiten entwickeln, kann mir Kompetenzen aneignen und selbständig wirken. Dabei lerne ich auch von Tag zu Tag mehr, was es bedeutet, sich verständlich in einer anderen Kultur und Mentalität auszudrücken. Es ist alles andere als einfach, sich gegenüber den Einheimischen und den aus 20 Ländern stammenden Mitarbeitern der Diözese verständlich zu machen. Ein tägliches Neulernen!

Grégoire Cotta
Übersetzung: Friedrich Frey

 

ite2001/5

Franziskanische Präsenz in Zentralafrika

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