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Gäste aus der Schweiz besuchen die Pfarrei und die Schule von Ngabang. ©Jakob Willi
Gäste aus der Schweiz besuchen die Pfarrei und die Schule von Ngabang. ©Jakob Willi

Wieder einmal meldet sich Bruder Jakob Willi mit einem Rundbrief aus Ngabang WestKalimantan/Borneo zu Wort. Er berichtet vom Ausbau der Kirche und der Schule und würzt seine Ausführungen mit einer feinen Prise Humor.

Es ist schon wieder eine lange Zeit her seit dem letzten Brief aus Indonesien. Da meine Sehkraft inzwischen fast bei Null angelangt ist, geht mir das Schreiben nicht mehr so leicht von der Hand, und ich bin ganz auf die Hilfe meiner Sekretärin angewiesen. In Teamarbeit erstellen wir den Text. Ich drücke meine Gedanken in die Tasten und wenn mal die Buchstaben verrückt spielen und nur noch “Fruchtsalat” zu lesen ist, dann springt die Sekretärin helfen ein und korrigiert.

Lesen dank moderner Technologie
Von Zeit zu Zeit liest die google-Lesemaschine mir das Geschriebene vor und sagt mir, ob der Text Sinn macht und die nötige Würze für eine Fastensuppe hat…. So geht das. Etwas umständlich, manchmal belustigend, manchmal nervend.

Das neue Jahr hat schon wieder Normalbetrieb aufgenommen. Trotzdem wünsche ich allen für den Rest des Jahres 2020 weiterhin alles Gute, Gesundheit und den Segen Gottes. Noch drückt mich eine Dankesschuld vom letzten Jahr. Denn im Mai 2019 durfte ich eine grosse Spende vom Suppentag der Pfarrei Heiligkreuz in Mels entgegennehmen. Das hat mich sehr gefreut. Konnte ich damit doch einige «Löcher» zu Gunsten einiger Schuler in den Wohnheimen der Pfarrei stopfen. Auch dieses Jahr – so wird mir gemeldet – soll der Erlös des Suppentags erfreulicherweise wieder für meine Missionsarbeit eingesetzt werden.

Kirche: Wachstum und Probleme
Ngabang ist Schul- und Handelsmetropole der Region und Regierungssitz des indonesischen Kantons Landak. Da die Bevölkerung rund um Ngabang in den letzten Jahren enorm gewachsen ist, leidet die Kirche «Salib Suci» (HeiligKreuz) von Ngabang immer mehr unter Platzproblemen.

Das Gebäude wurde konzipiert für 1200 Sitzplätze. Das reicht in der Zwischenzeit nicht mehr aus, vor allem an grossen Feiertagen und Hochfesten. Letzte Weihnachten kamen über 9500 Gottesdienstbesucher zu den drei Gottesdiensten. Nun hat die Kantonsregierung sich anerboten, den Ausbau der Kirche zu finanzieren. Dieses Angebot hört sich an wie «Honigbrot». Verlockend süss, was sich der Kirchenrat nicht zweimal sagen liess. (Hoffentlich gibt es am Schluss nicht zu viele klebrige Finger…!).

Knifflig – eine gut klingende Glocke
Das Kirchendach soll angehoben werden wodurch eine grösserem schützende Dachfläche erzielt wird. Auch der Glockenturm soll höher werden. Was die zwei vorhandene Glocken (40 kg/150 kg) betrifft wurde immer wieder die Kritik laut, dass der Ton der beiden zu «dumpf» sei und schnell «versande».

Die indonesischen Glockengiesser haben den Trick-77 für einen gut klingenden Glockenton noch nicht gefunden. Der Wunsch nach einem neuen Glockenpaar wurde laut. Doch wo suchen, wenn nicht beim Kapuziner aus der Schweiz? Kurzum richtete der Kirchenrat die Anfrage an mich, ob ich bereit sei, in Schweiz etwas Passendes zu suchen. Ich bin gespannt, was daraus wird. Wer weiss, vielleicht findet sich noch ein Sponsor dafür…

Auch die Schulen von Maniamas wachsen von Jahr zu Jahr. Die Sekundarschule meldet Platzmangel. Drei neue Klassenzimmer sind im Bau. Auch die Schülerwohnheime sind immer mehr überfüllt und wir müssen uns etwas einfallen lassen…

Ein seltenes Ereignis
Der 20. Februar 2020 war für die Kapuzinerprovinz von Won Pontianak /West-Borneo ein Freudentag: Anlass war die Priesterweihe von sechs Mitbrüdern in der Kapuzinerpfarrei von Pusat Damai, 60 km von Ngabang entfernt. Ein seltenes Ereignis. Wer sich von der Arbeit freimachen konnte, reiste an aus Nah und Fern. Mehr als 3000 Leute fanden sich ein. Auch Albischo Mgr. Hieronimus Bumbun (83), Kapuziner und langjähriger Erzbischof von Pontianak – liess es sich nicht nehmen, die vierstündige Reise nach Pusat Damai auf sich zu nehmen, um dabei zu sein. Ein Neupriester wird in Ngabang seinen ersten priesterlichen Dienst beginnen. Darüber freuen wir uns alle.

Ansonsten kann ich von mir nicht viel Neues berichten. Trotz geringer Sehkraft ist es mir vergönnt, mich noch vielfach nützlich in den Arbeitsprozess von Pfarrei und Schulen einzubringen. Das ermutigt und bekräftigt mich, mich immer wieder neu dem Alltag zu stellen. Möge darin ein bisschen Himmelreich aufscheinen. Im Evangelium vergleicht Jesus das Himmelreich mit einem Senfkorn. Klein, unscheinbar aber kraftvoll. Lassen wir es also wachsen durch unseren täglichen stillen und einfachen Dienst und liebevolle Aufmerksamkeit füreinander und miteinander. Klein aber fein. Mein Gebet begleite euch. Ich freue mich, wenn es, dank der obgenannten Teamarbeit gelungen ist, euch ein wenig von meiner Tätigkeit zu berichten.

Jakob Willi

Engagierte Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer der Schule von Maniamas, Ngabang ©Jakob Willi
Engagierte Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer der Schule von Maniamas, Ngabang ©Jakob Willi