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Sein Werk hat die nachkonziliare Theologengeneration geprägt. Sein politisches Denken ist in das Bewusstsein der gesamten Theologie, besonders auch der Befreiungstheologie, eingegangen.

@ Stephan Leimgruber

Ein grosser origineller Denker der Konzilszeit, der ab und zu in der Schweiz referiert hat (z.B.im Romerohaus), ist im Monat November in Münster verstorben.

Eröffnet hat er seine einprägsamen Gedanken mit der «Theologie der Welt» (1968), die gleichsam als Grundlegung gesehen werden kann. Danach darf die Theologie sich nicht mehr mit abstrakten Reflexionen im elfenbeinernen Turm begnügen, sondern muss sich auf die konkrete Welt, die Schöpfung Gottes ist, und ihre Geschöpfe beziehen. Vorrangig stehen das Seufzen der Schöpfung und die Leiden der Menschen im Blickfeld. Theologie muss sich mit den Schattenseiten des Lebens befassen, mit den Leiden und Wunden, mit dem Unrecht und den Ungerechtigkeiten.

In diesem Sinne erstaunt es nicht, dass ein Hauptanliegen von Metz darin besteht, die Leiden und die Ermordung der Jüdinnen und Juden in Erinnerung zu rufen und so unter dem Kürzel «Theologie nach Auschwitz» eine Kultur der Erinnerung zu entfalten. Die Kirche wird zur Erinnerungs- und Erzählgemeinschaft, deren Hoffnung in der Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens und im Auferwecktsein des Gekreuzigten gründet. Die Liturgie wird zum gefährlichen Spiel mit einer aufrüttelnden Erinnerung an die Ereignisse und sie macht sensibel für die Leiden des heutigen Menschen. Kein Wunder, dass ein solches Denken die Menschen angesprochen hat und bis heute unter neuen Vorzeichen anspricht.

Stephan Leimgruber