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Der Weg führt über die Mütter

Verschiedene Hilfsprojekte in Südasien haben nachgewiesen, dass Frauen und Mütter eine sehr wichtige Funktion für das Gelingen der Familiengemeinschaften übernehmen, obwohl sie in ihrer sozialen Stellung ganz unten eingestuft sind.

Frauen sind umsichtiger

Die Frauen sind viel mehr am Geschick ihrer Kinder und ihrer Familien interessiert als die Männer. Im Umgang mit dem Geld der Familie sind sie normalerweise auch viel umsichtiger. Die meisten von ihnen verfügen allerdings über keine Schulbildung und gelten in den jeweiligen Gesellschaftssystemen nur wenig. Die Erfahrung aber zeigt, dass die Frauen mit etwas Geldmitteln und entsprechender Ermutigung durchaus fähig sind, eine wirtschaftliche Tätigkeit zu übernehmen, die dazu beiträgt, die Familie nach und nach aus der Armut herauszuführen.

Zu teure Schulen

[bild19008w200r] Auf dem Land gibt es eindeutig zu wenig Schulen, so dass ein grosser Teil der Kinder keinen Schulunterricht besuchen kann. Auch wenn eine Schule in der Nähe liegt, können Kinder aus den ärmsten Familien normalerweise nicht am Unterricht teilnehmen. Denn die Kosten dafür sind zu hoch. Zudem werden die Kinder für die Feldarbeit gebraucht. Wenn man die Bildung der bedürftigsten Kinder fördern will, muss man deshalb zu-nächst die Einkünfte der Familie vergrössern. Sonst können es sich die Familien nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken – auch wenn sie die Notwendigkeit einsehen. Allerdings kennen viele den Nutzen des Schulbesuchs nicht, weil sie Analphabeten sind.

Drei Schritte

Unsere Stiftung geht in drei Schritten vor:

  • Wir integrieren die Mütter in den Dörfern in Gemeinschaftsorganisationen (GO). Denn: «Einigkeit macht stark.»
  • Dann leiten wir sie dazu an, jeden Tag gemeinsam ein ganz kleines «Etwas» auf die Seite zu legen. So kommt ein kleines Kapital zusammen, das dann für Kleinstkredite ausgegeben wird. Diese ermöglichen dann ihrerseits das wirtschaftliche Fortkommen der Mütter.
  • Wenn dann die Familieneinkommen allmählich steigen, können die Mütter ihre Kinder in die Schule schicken.

Selbstwertgefühl wächst

Dieser Weg bringt zusätzlich wichtige Nebeneffekte: Das soziale Ansehen der Frauen in der Gesellschaft wächst und nicht weniger ihr Selbstwertgefühl, da sie durch ihre wirtschaftlichen Aktivitäten zum Unterhalt der Familie beitragen. Dabei geht die Stiftung von der Überzeugung aus, dass die Armen «sich selber helfen» müssen. Man muss es unbedingt vermeiden, Abhängigkeiten aufzubauen, wie es bei grosszügiger Hilfeleistung nur zu oft geschieht. Wir verlangen, dass die Dorfbewohner ihre Schule selber bauen, dass sie das Kapital selber verwalten und selber die Kredite erteilen nach den Massstäben, die ihnen richtig erscheinen. Es ist entscheidend, dass sie das Projekt als ihre Sache erfahren.
Der Zuwachs an Einkommen soll schliesslich den Familien auch helfen, die Ernährung der Kinder zu verbessern. Nicht nur Reis, sondern auch proteinreiche Nahrung und die für das Wachstum notwendigen Vitamine und Mineralien sind lebensnotwenig.

Wie gehen wir vor?

Beginnen wir in einem Dorf mit der Arbeit, bringen wir die armen Familien zusammen und erklären ihnen, was die Absicht der Stiftung ist. Wir müssen gute Gründe angeben, weshalb das Projekt vor allem auf die Mitarbeit der Mütter angewiesen ist: Sie haben einen besseren Sinn für das Sparen als die Männer. Und sie achten mehr auf das Wohlergehen aller in der Familie, vor allem auf jenes der Kinder. Dann werden die Mütter in einer GO organisiert. Sie wählen aus ihren Reihen eine Präsidentin, eine Sekretärin und eine Kassenführerin. Dann legen sie die Statuten und die praktischen Vorgehensweisen nach einem Modell fest, das die Stiftung ihnen zur Verfügung stellt, aber doch auch nach ihren eigenen Kriterien. Die ProjektleiterInnen halten sich im Hintergrund und beschränken sich auf Ratschläge, besonders im eher technischen Bereich.

Kleinunternehmen

Wenn die Familien drei bis vier Monate regelmässig die obligatorischen Spareinlagen gemacht haben, macht die Stiftung eine zusätzliche namhafte Geldeinlage und ermöglicht somit erste Krediterteilungen an Mütter, die von der GO sorgfältig ausgewählt werden.
Mit diesem Kredit können die Frauen ihre Kleinunternehmen starten, das Familieneinkommen wird spürbar verbessert und nach einer gewissen Zeit kann der Kredit zurückgezahlt werden. Nun gelangen weitere Frauen in den Genuss eines Kredits.

Als Gegenleistung für diese Unterstützung verlangen wir von den Dorfbewohnern, dass sie für ihre Kinder eine Schule einrichten. Allenfalls liefert ihnen die Stiftung notwendige und vor Ort nicht beschaffbare Baumaterialien. Aber die Schule muss «ihre» Sache bleiben. Die Zinsen für die Kredite dienen dazu, die Löhne der LehrerInnen und andere Unkosten der Schule zu decken.

Mit Hilfe von ite

Nach erfolgreichen Projekten in Pakistan, Bangladesch, Nepal und Indien hat die Stiftung nun ein Projekt «Einkommen-Schulbildung» beim Stamm der Bara im Süden Madagaskars gestartet. Die Hauptarbeit leistet Bruder Tiana Rajaonarison. Bereits wurden in verschiedenen Dörfern neun GO auf die Beine gestellt. Weitere sechs bis neun sollen demnächst folgen. Wir hoffen, 250 bis 300 Frauen zu erfassen und jeweils schon im ersten Jahr eine Schule zu eröffnen. Für das Jahr 2007 planen wir eine Ausweitung der Aktion in diesem armen Gebiet im Süden Madagaskars. Mit der Hilfe der Leserinnen und Leser von ite wird sich das machen lassen …

William Mellgren
Übersetzung:Thomas Morus Huber

 

Was ist MISSIO?

MISSIO wird als die «Ausgleichskasse der katholischen Kirche» bezeichnet, die für einen materiellen Ausgleich zwischen den Ortskirchen sorgt. Die gesammelten Spenden kommen kirchlichen Institutionen und Projekten in finanziell benachteiligten Regionen der Welt zugute.

MISSIO-Kollekte

Die Kollekte zum Sonntag der Weltmission im Oktober ist ein starkes Zeichen der Solidarität zwischen den Ortskirchen der Welt. Sie ermöglicht vielen Menschen ein besseres Leben.

ite2006-4

Madagaskar/Qatar

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Alles dreht sich um Rinder
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Abwechslungsreiche Tage in Qatar