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Austausch zwischen Balti und Baar

Wie kommt man vom zugerischen Baar nach Moldawien? Die paradoxe Antwort lautet in unserem Fall: via Altdorf und Albanien. Doch alles der Reihe nach: Der Kanton Uri führte in den letzten zehn Jahren zusammen mit der Sehbehindertenschule Sonnenberg, Baar, in Albanien ein erfolgreiches Projekt der Entwicklungszusammenarbeit durch. Die Begründung der Urner: «Wir taten dies, weil wir bei Unwetterkatastrophen immer wieder Hilfe erfahren haben.»

Das albanische Projekt – u.a. der Aufbau einer Blindenschule – war so erfolgreich, dass die Sponsoren sich zurückziehen und ein neues Betätigungsfeld suchen konnten.
Dank dem Vorspuren von Peter Garst vom Schweizer Hilfswerk «Help for Children in Need/HCN» wurde man in Moldawien fündig, und zwar in der Kleinstadt Balti (das i am Schluss wird übrigens wie in der rumänischen Sprache üblich nicht ausgesprochen).

Herzliche Beziehungen

Bald entstanden zwischen Baar und Balti freundschaftliche Beziehungen. Der Kapuziner Erwin Benz, ehemaliger Direktor der Schule Sonnenberg, fand bei seinem ersten Moldawien-Besuch im November 2006 ein überaus «offenes und wissensbegieriges» Personal vor.

Der Gast aus der Schweiz fühlte sich damals herzlich willkommen. Doch die Direktorin Olga Junghina entschuldigte sich später, weil sie ihn zu wenig freundlich aufgenommen habe: «Es kamen schon etliche Besucher zu uns, zum Beispiel aus Norwegen und England. Sie versprachen viel und hielten nichts.»

Auch geistige Hilfe

Doch nun war es ganz anders. Neben materieller leisteten die Schweizer Partner auch geistige Hilfe, die einen Höhepunkt fand im Besuch einer Dreierdelegation von Balti in Baar. Während zweier Wochen lernten die Direktorin, ein Lehrer sowie eine Lehrerin neue Methoden des schulischen Unterrichtes für Blinde und Sehbehinderte kennen. Ebenso wurden sie mit modernen Materialien für das Lernen vertraut.

Besonders beeindruckt waren die moldawischen Gäste von der «sehr guten Ordnung» in der Zuger Schule. Beispielhaft erschienen ihnen auch die «Förderung der Individualität» der Schüler.

Bei unserem Besuch in der Schule von Moldawien entdeckten wir an einem kleinen Detail einen Hintergrund für dieses Kompliment. Die Schüler sind in Sechser- bis Elferzimmer untergebracht, in denen nicht jedes Kind einen eigenen, abschliessbaren Schrank hat. Dazu Erwin Benz: «Gerade in der Pubertät ist es sehr wichtig, einen wenn auch noch so kleinen Bereich zu haben, über den man frei verfügen kann.»

«Wow!»

Nach und nach werden nun in Balti neben jedem Bett Schränke eingebaut, gesponsert von den Schweizer Freunden. Ebenso kommen bei jedem Hilfstransport aus der Schweiz Lehrmaterialien in die moldawische Schule.

Und Erwin Benz bringt bei unserem Besuch einen prall gefüllten Koffer mit. Als er davon bei einer eilig einberufenen Lehrerkonferenz erzählt, kann eine Lehrerin ihre Begeisterung nicht verbergen und ruft spontan: «Wow!»

Walter Ludin

 

Anregungen aus Baar

Die drei moldawischen Lehrkräfte, welche im vergangenen Frühsommer in Baar waren, reisten mit wertvollen Impulsen in ihre osteuropäische Heimat zurück. Die Direktorin schreibt in ihrem Schlussbericht: «In unserer Schule möchte ich einführen:
• die Arbeitsdisziplin verbessern;
• Kontrolle;
• die Erziehung in familienähnlichen Gruppen studieren;
• Methode der Seminardurchführung mit dem Lehrpersonal;
• Verbesserung des Kontakts mit den Eltern;
• Einführen von Vorschulklassen;
• Übernahme eines Arbeitsstils wie im Sonnenberg.»

 

Lob für Baldegger Schwestern

Die sechs Baldegger Schwestern, die in der Schule Sonnenberg tätig sind, haben den Gästen aus Moldawien einen besondern Eindruck gemacht. In ihrem blumigen Russisch erzählt Direktorin Olga den «Gospoda», den «Herren» aus der Schweiz: «Meine Seele singt, wenn ich an sie denke.»

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