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Es braucht Fairen Handel | maxhavelaar.ch
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Schweiz als Weltmeister im Fairen Handel.

Mein kongolesischer Freund Nyeme Tese gründete in seinem Heimatdorf weit draussen im Urwald eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft.Er war Priester und anerkannter Professor in der Hauptstadt Kinshasa, vergass aber nicht, wie erbärmlich die Verhältnisse in seinem Dorf waren.

Seinem Herkunftsort zu einem besseren Leben zu verhelfen, war aber alles andere als einfach. Wollte man auf einen grünen Zweig kommen, musste man Produkte im Ausland verkaufen. Nyeme beklagte sich bei mir: «Wenn ich eine Uhr kaufe, wird der Preis in Europa bestimmt. Wenn ich ein landwirtschaftliches Produkt verkaufen will, wird der Preis ebenfalls in Europa – oder den USA – festgelegt. Wir müssen uns dem Diktat beugen.»

Das Logo Max Havelaar

Die Zwänge des internationalen Marktes bestehen nach wie vor. In den letzten Jahren haben sie sich noch verschärft, da die Macht der Rohstoffbörsen gewachsen ist. Die Gewinne der internationalen Handelsgenossenschaften werden immer höher, während die Produzenten sich nach wie vor mit Hungerlöhnen begnügen müssen.

Hier schafft die Stiftung Max Havelaar der Schweiz und ähnliche Organisationen ein Gegengewicht, indem sie den Fairen Handel (engl. Faire Trade) tatkräftig fördert. Kritische Konsumentinnen und Konsumenten sind sicher diesem Logo schon öfter auf Packungen von Tee, Kaffee und vielen andern Lebensmitteln begegnet.

Stabiles Einkommen

Max Havelaar produziert und verkauft allerdings kein einziges Gramm einer Ware. Die Stiftung verwaltet ein Gütesiegel, auch Zertifikat genannt. Das heisst: Wer angibt, fair gehandelte Produkte zu vertreiben, muss bestimmte, genau umrissene Voraussetzungen erfüllen, um sich mit dem Logo Max Havelaar schmücken zu können.

Max Havelaar ermöglicht den Organisationen von Kleinbauern aus benachteiligten Regionen des Südens den Marktzugang in den Norden und fördert langfristige und möglichst direkte Handelsbeziehungen.

Fairtrade-zertifizierte Bauern erhalten für ihre Produkte einen garantierten Mindestpreis, der ein stabiles Einkommen gewährt. Angestellte auf Plantagen bekom men im Minimum den gesetzlichen Mindestlohn und profitieren unter anderem von Schutzkleidung, bezahlten Ferien und sozialer Vorsorge.

Ebenso wichtig: Auch die ganze Gemeinschaft der einbezogenen Bauerndörfer profitiert vom Fairen Handel, indem aus den Erlösen gemeinschaftliche Entwicklungsprodukte verwirklicht werden. Dazu gehört beispielswiese der Bau von Schulen oder von Brunnen.

International

Die Schweizer Max Havelaar-Stiftung arbeitet mit 19 weiteren Institutionen des Fairen Handels zusammen. Sie alle verpflichten sich den so genannten Fairtrade-Standards (FLO) für Kleinbauern-Organisationen. Hier eine Auswahl der Richtlinien:

  • Die Organisation muss eine demokratische Struktur und eine durchschaubare Verwaltung aufweisen.
  • Wenn ein Mitgliedschaftsantrag nicht genehmigt wird, darf dies nicht aus Gründen geschehen, welche auf Geschlecht, Hautfarbe, politischen Meinungen, sozialer Herkunft oder Religion beruhen.
  • An der Generalversammlung wird über die Verwendung der Fairtrade-Prämie abgestimmt, wobei jedes Mitglied eine Stimme hat.
  • Die Organisation stellt sicher, dass ihre Mitglieder die natürliche Umwelt schützen. Dabei stellt sie sicher, dass synthetische Dünger minimiert werden und der biologische Anbau gefördert wird.
  • Die Mitglieder werden ermuntert, ihren Energieverbrauch zu reduzieren, speziell jenen, der von nicht erneuerbaren Energiequellen stammt.
  • Düngemittel müssen korrekt gebraucht, gehandhabt und gelagert werden, sodass sie weder die Menschen noch die Umwelt gefährden.
  • Es wird erwartet, dass die Organisationsmitglieder die Abfallmenge reduzieren und den  Abfall recyclen oder kompostieren.
  • Wasserressourcen werden mit dem Ziel der Erhaltung und der Nichtverschmutzung genutzt und verwaltet.

Marktanteile

2010 wurden weltweit für 4.36 Milliarden Euro Fairtrade-Produkte verkauft. Eine erfreuliche Zahl! Doch gemessen am Welthandel ist das ein Anteil von bloss 0,01%. In der Schweiz stieg der Umsatz des Fairen Handels im Jahr 2010 um 10,9% auf 303,5 Millionen Franken. Das Wachstum lag damit weit über dem Branchenschnitt von Detailhandel und Gastronomie. Rund 1500 Produkte mit dem Fairtrade Max Havelaar-Label gibt es heute in der Schweiz zu kaufen. Die wichtigsten sind:

  • Bananen: Umsatz: 90 Mio., Marktanteil: 53,6%
  • Blumen: Umsatz: 79,5 Mio., Marktanteil: 50 %
  • Fruchtsäfte: Umsatz: 32,7 Mio., Marktanteil 7,7%
  • Kaffee: Umsatz: 30,6 Mio., Marktanteil 5,4%

Walter Ludin


20 Jahre Max Havelaar

Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) wurde 1992 von den sechs grossen Schweizer Hilfswerken Brot für alle, Caritas, Fastenopfer, HEKS, Helvetas und Swissaid gegründet.

Das erste Produkt, das von der Stiftung das Logo des fairen Handels bekam, war Kaffee. Dann folgten Honig, Kakao, Zucker, Tee, Bananen, Orangensaft, Blumen, Reis, Ananas, Mango, Avocado, Trockenfrüchte, Nüsse und Baumwolle. Heute reicht das Angebot von über 60 verschiedenen Kaffeemischungen, Baby-Bodys und Wattestäbchen über Eistee und Schoggi-Branchli bis hin zu Fruchtsaft, Konfitüre und Cola-Bärchen.


Warum braucht es den Fairen Handel?

Bauernfamilien und Plantagenangestellte in den so genannten Entwicklungsländern leben unter dem Druck des Weltmarktes, der schwankenden Preise und des ausbeuterischen lokalen Zwischenhandels. Die Folgen reichen von Verschuldung über Arbeitslosigkeit bis zu Verelendung. Alternativen zur angestammten Produktion gibt es häufig nur wenige und diese beinhalten leider auch Drogenanbau, Prostitution, Kinderarbeit, Flucht in die Elendsviertel der Grossstädte oder Emigration. Der Faire Handel bietet über einer Million Menschen einen Ausweg aus dieser Abwärtsspirale.

Quelle: http://www.maxhavelaar.ch


Wer war Max Havelaar?

Max Havelaar ist der Titel eines 1860 vom niederländischen Schriftsteller Eduard Douwes Dekker unter dem Pseudonym Multatuli veröffentlichten Romans. Das Buch ist weitgehend autobiografisch. Es beschreibt die Karriere des Kolonialbeamten Max Havelaar auf Java in Niederländisch-Indien, dem heutigen Indonesien.

Havelaar deckt die Verfehlungen seiner Vorgesetzten auf. Er stellt überdies das gesamte Kolonialsystem in Frage.