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Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung/GFS

Es begann vor genau 20 Jahren: Hunderte von Frauen und Männern aus ganz Europa kommen kurz vor dem Mauerfall in Basel zusammen: zur ersten Europäischen Ökumenischen Versammlung. Ihr Thema: Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung; abgekürzt: GFS.

«Nachhaltiges» Basel

Kurz darauf schlug der weitsichtige Kapuziner Walbert Bühlmann der Delegiertenversammlung der Deutschschweizer Kapuziner vor, einen «Kontaktmann» zu benennen, welcher die Anliegen von GFS in den klösterlichen Gemeinschaften wach hielt. Beschlossen wurde die Einsetzung einer Arbeitsgruppe. Und nochmals kurz darauf schuf auch die Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft/ INFAG eine solche Gruppe.

Um Doppelspurigkeiten zu vermeiden, taten die beiden Gruppen, was ihnen die Wirtschaft vormachte: Sie fusionierten. Seither treffen sich Brüder und Schwestern der franziskanischen Familie fast alle zwei Monate, um sicherzustellen, dass die Basler Versammlung «nachhaltig» bleibt.

An der Waffenmesse

Die interfranziskanische GFSGruppe kann auf eine breite Palette von Tätigkeiten zurückblicken. Doch ist wenig Spektakuläres dabei. Eine der wenigen Ausnahmen: der zweimalige Besuch einer internationalen Waffenmesse in der Westschweiz.
Selbstverständlich standen die franziskanischen Menschen nicht drinnen an den Ständen, die totbringendes Werkzeug propagierten. Ihr Platz war draussen vor den Toren, wo sie eine Mahnwache hielten.

Impulse für Klöster

Die Gruppe ist zuerst einmal ein Ort der Weiterbildung ihrer Mitglieder. Diese weisen einander auf einschlägige Bücher, Artikel und Veranstaltungen hin, um sich im weiten GFS-Bereich etwas schlauer zu machen. Die Gruppe organisierte auch schon mehrtägige Seminare, zum Beispiel zum Thema «Gewaltfreiheit».

An zweiter Stelle kommt die Bewusstseinsbildung der Brüder und Schwestern in den franziskanischen Gemeinschaften und Klöstern. Mehrmals im Jahr werden auf einem A4-Bild kurz, prägnant und interessant ganz konkrete Vorschläge für das alltägliche Handeln verschickt. Einige der Themen: umweltgerecht heizen; fair einkaufen, sinnvoller Gebrauch (oder Nichtgebrauch) von Autos. Die Hoffnung hinter solchen Aktionen. Steter Tropfen höhlt den Stein. Oder: Es bleibt immer etwas hängen.

Lobby

Vor allem vor wichtigen Wahlen und Abstimmungen betreibt die Gruppe Lobby-Arbeit. So fragten ihre Mitglieder vor den letzten eidgenössischen Wahlen die Kandidatinnen und Kandidaten der CVP an, wie sie es mit der Klima-Initiative hielten.

Das Echo war erstaunlich. Mehrere Kandidierende schrieben zwei- oder dreiseitige Briefe, um ihre Positionen darzulegen. (Ein national bekannter Politiker adressierte seine Antwort an «Frau Schwester A …».)

Die Gruppe ist sich bewusst, dass sie durch solche Lobby-Arbeit die schweizerische Politik nicht auf den Kopf – beziehungsweise endlich auf die Füsse! – stellen kann. Sie hofft jedoch, dass der eine Politiker oder die andere Politikerin sich wieder an ihr Wahlversprechen erinnern wird. Andernfalls gibt’s wieder ein freundliches Brieflein an die Vergesslichen …

Franciscans International

Auch die Schöpfungszeit, eine Frucht der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung von Graz (1997), steht immer wieder auf der Traktandenliste der Gruppe.
Ausserdem ist die Gruppe das Bindeglied zwischen dem Genfer Büro der interfranziskanischen Nicht-Regierungs-Organisation/NGO Franciscans International. In dieser Funktion hat sie schon mehrmals den dortigen Menschenrechtsrat – beziehungsweise die Menschenrechtskommission der UNO besucht – und dabei internationale Luft geschnuppert.

Walter Ludin

 

ite2009-3

Franziskanisches Leben in der Schweiz

ite 2009/3

Frauenleben im Klosterkreis
Typisch franziskanisch
Kapuzinerinnen in Stans