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Tansanische und Schweizer Kapuziner

«Sie sind unsere Väter. Wir arbeiten Hand in Hand. Sie begleiten uns.» So antwortet Beatus Kinyaiya auf unsere Frage, was er von den Schweizer Missionaren denke. 1999 wurde er als Nachfolger des Aargauers Isidor Peterhans zum ersten einheimischen Provinzial der tansanischen Kapuziner gewählt.

Bruder Beatus zeigt sich darüber erfreut, dass der Übergang in die neuen Strukturen reibungslos erfolgte. Besonders freut es ihn, dass bei der Gründung der neuen Provinz alle Schweizer Mitbrüder sich entschlossen haben, im Land zu bleiben. Inzwischen mussten allerdings einige aus gesundheitlichen Gründen in die Heimat zurück. Die verbliebenen 17 Brüder Missionare sind in die Provinz integriert.

Für die Einheit des Landes

Gegenwärtig zählt die Provinz 191 Mitglieder. Sie arbeiten in elf Diözesen. Bereits haben fünf Bischöfe angefragt, ob die Kapuziner zu ihnen kommen könnten. Die Provinzleitung ist für solche Anfragen offen. Sie erhofft sich, auch aus den neuen Gebieten Kandidaten zu bekommen. Dahinter steckt nicht nur Eigennutz, wie Bruder Beatus erklärt: «Wenn Leute aus möglichst vielen Stämmen eine brüderliche Gemeinschaft bilden, ist dies ein Beitrag für die Einheit der Kirche und die Einheit des Landes.»

Geld für Ausbildung

Ungefähr die Hälfte der tansanischen Kapuziner sind junge Brüder. Dies schafft finanzielle Probleme. Denn ihre Ausbildung verschlingt eine Menge Geld. Brüder, die eine universitäre Bildung erhalten, bleiben nach Möglichkeit im eigenen Land. Sie werden an die Universität Dar es Salaam geschickt. Geplant ist, für sie in der Nähe der Uni ein Haus zu bauen, wo sie wohnen und studieren können. Zusätzliche Zimmer könnten von andern Ordensleuten belegt werden, was für die Kapuziner eine willkommene Einnahmequelle bedeuten würde. Es wäre auch ein Beitrag, den Mangel an entsprechenden Unterkünften zu verkleinern. Bekanntlich führen die Kapuziner in Maua, am Fusse des Kilimandscharos, seit Jahrzehnten ein «Kleines Seminar», d.h. eine Sekundar- und Mittelschule, die zu den besten von Tansania gehört. Der laufende Unterhalt ist durch die Einnahmen eines Fonds aus der Schweiz gesichert. Die Schweizer Kapuziner legten hier einen Teil des Geldes an, das sie aus dem Verkauf ihres Gymnasiums Appenzell an den Kanton erhalten hatten.

Tanga-Projekt

Wer mit tansanischen Kapuzinern spricht, hört immer wieder von ihrem Tanga-Projekt. Etwas ausserhalb von Tanga, an der Küste nördlich von Dar es Salaam, haben sie ein unbenutztes Stück Land erworben, um Mais, Bohnen und andere Lebensmittel für den täglichen Unterhalt zu produzieren. Dies bedeutet eine grosse Einsparung. Die zwei Kapuziner – ein Priester und ein Laienbruder –, die sich um die Erschliessung dieses Landstücks kümmern, stehen auch im Dienste der zum grössten Teil muslimischen Bevölkerung. Eine Primarschule, eine ambulante Krankenstation, Wasserversorgung und eine Maismühle sollen nach den Worten von Bruder Beatus zeigen, dass die Kapuziner «nicht nur an sich selber und an den Mitchristen interessiert sind». Die Präsenz in Tanga, die auch von Kardinal Pengo gewünscht wurde, „hilft uns, die Muslime besser zu verstehen“, meint der Provinzial der Kapuziner weiter.

Walter Ludin

 

Hilfe für HIV-Opfer

Zwischen sieben und zehn Prozent der Bevölkerung Tansanias sind HIV-positiv. Viele HIV-Opfer kommen zu uns und bitten um Hilfe: manche um Medikamente zu kaufen; andere, damit sie ihre Miete bezahlen können, weil ihre Familien sie von zuhause verjagt haben, nachdem bekannt geworden ist, dass sie HIV-positiv sind. Wir helfen so gut wie wir mit unsern beschränkten Mitteln es können. Da die Leute zu uns recht offen sind, nehmen wir die Gelegenheit wahr, sie darauf aufmerksam zu machen, die Krankheit nicht weiter zu verbreiten.

Beatus Kinyaiya, Provinzial der tansanischen Kapuziner

 

ite2004/03

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