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Heute leben noch 3 Baldegger Schwestern in Tansania. Sr. Etienne Seiler leitet das Kinderheim Msimbazi in Daressalaam. zVg
Heute leben noch 3 Baldegger Schwestern in Tansania. Sr. Etienne Seiler leitet das Kinderheim Msimbazi in Daressalaam. zVg

Die Baldegger Schwestern kamen 1921 zusammen mit den Kapuzinern nach Tansania und haben einen grossen Anteil am Aufbau der einheimischen Kirche.

Die Aufgaben  haben heute zwei einheimische Gemeinschaften übernommen.

Im Jahr 1996 wurde in Tansania und in der Schweiz das 75-Jahr-Jubiläum des Einsatzes der Schweizer Kapuziner und der Baldegger Schwestern gefeiert. Das grosse Fest mit vielen ehemaligen Missionaren und Missionarinnen und einer Schar Laienhelferinnen fand in Baldegg statt. Damals lebte auch noch unsere Sr. Berchmans Guntern, 97-jährig, und liess uns voll Freude an ihren vielen Erinnerungen teilhaben. Sie war eines der jugendlichen Glieder der sechsköpfigen ersten Gruppe der Schwestern, die sich im Mai 1921 mit ebenfalls sechs jungen Kapuzinern nach Tansania einschiffte. Marita Haller-Dirr aus Stans war 1996 hauptverantworlich für Publikation eines grossen Gedenkbands, in dem die Geschichte der 75 Jahre von Kapuziner und Baldegger Schwestern in Tansania umfassend und auf sehr ansprechende Art dokumentiert ist.

Starke Veränderung in den letzten 25 Jahren
2021 feiern wir nun das 100-Jahr-Jubiläum. In den letzten 25 Jahren hat sich die Situation in Tansania stark verändert. Heute sind die einheimischen Schwestern und Brüder die grosse Kraft in Kirche und Gesellschaft. Sie verkündigen durch ihr Leben, durch ihren vielseitigen Einsatz und durch ihr Gebet die Frohe Botschaft von Jesus Christus und seiner ständigen Gegenwart bei den Menschen aller Kulturen und Religionen. Die einheimischen Schwestern und Brüder sind die schönste Frucht des 100-jährigen Wirkens der Schweizer Missionarinnen und Missionare. Wenn wir dieses Jubiläum nun in Baldegg feiern, so sieht es auch in der Schweiz ganz anders aus als vor 25 Jahren. Wer noch lebt, ist betagt und gebrechlich. Aber die Erinnerung und die Dankbarkeit sind wach geblieben.

Der Missionsauftrag von 1921 war für unsere Ordensgemeinschaft eine grosse und schöne Herausforderung. Er ermöglichte 125 Schwestern, ihre besondere persönliche Berufung zu verwirklichen. Unseren Missionarinnen war immer bewusst, dass das Zeugnis eines echten christlichen Lebens die erste und unersetzliche Form jedes missionarischen Wirkens ist. Konkret heisst das: Aufmerksamkeit für die Menschen, liebevolle Hinwendung zu den Armen und Kleinen, zu den Kranken und Leidenden, Verbundenheit mit Gott im Gebet. Durch ihre lebensnahen Dienste an der Bevölkerung bahnten die Baldegger Schwestern den Kapuzinern den Weg zur Evangelisierung.

Vielfältiger Einsatz in Bildung und Pastoral
Die Baldegger Schwestern in Tansania arbeiteten in Spitälern und Buschkliniken und gründeten in Ifakara ein grosses Leprazentrum. Sie unterrichteten in verschiedenen Schulen auf allen Stufen und setzten sich besonders für die Förderung der Frauen ein. Als nach der Unabhängigkeit des Landes die Schulen verstaatlicht wurden, legten sie den Schwerpunkt auf die Erwachsenenbildung, die Katechese, die Pastoralarbeit und die Gründung von Montessori-Kindergärten und Montessori-Ausbildungszentren.

Zwei aktive einheimische Schwesterngemeinschaften
Die verheissungsvollste Frucht ihres Einsatzes ist die Gründung der beiden einheimischen franziskanischen Schwesterngemeinschaften in der Diözese Mahenge und in der Erzdiözese Dar es Salaam. Die Gemeinschaft der «Franciscan Sisters of Charity» in Mahenge und Ifakara zählt schon um 300 Schwestern, jene von Dar es Salaam, die» Little Sisters of St. Francis» oder «Dada Wadogo» in Mbagala gut 100 Schwestern. Sie haben alle unsere Aufgaben übernommen, und noch viele neue dazu. Sie sind näher beim Volk, als wir Europäerinnen es je sein konnten. Wir haben sie daher auch nicht in unsere Ordensgemeinschaft eingegliedert, sondern ihnen ermöglicht, ganz sich selbst zu sein, sich selber zu organisieren und zu leiten und als Ordensfrauen mit franziskanischer Spiritualität, auf afrikanische Art, eingebunden in die Ortskirche von Tansania, Jesus Christus nachzufolgen (die beiden einheimischen Gemeinschaften werden in eigenen Texten vorgestellt.).

Noch drei Baldegger Schwestern in Tansania
Heute wirken noch drei Baldegger Schwester in Tansania: Sr. Denise Mattli, Sr. Etienne Seiler, Sr. Agnes Schneider. Sr. Denise hat das Montessori-Zentrum in Mwanza gegründet und leitet es immer noch. Dabei helfen ihr die «Little Sisters of St. Francis», die sie später ablösen werden. Sr. Etienne Seiler leitet das Kinderheim Msimbazi in Dar es Salaam, das sie auch den «Little Sisters of St. Francis» übergeben kann. Und Sr. Agnes Schneider erteilt Englischunterricht für angehende Schwestern in Mbagala und andere Interessierte von Dar es Salaam.

Wir unterstützen unsere einheimischen Schwesterngemeinschaften auf vielfache Weise von der Schweiz aus und freuen uns am guten Kontakt mit ihnen. Diese Verbundenheit wird bleiben, auch wenn später keine Baldegger Schwester mehr in Tansania wirkt. Mungu ibariki Tansania – Gott segne Tansania!

Martine Rosenberg