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Gefühl von Freiheit und Glück

«Kein Missionar schlägt Wurzeln: Wir suchen immer, Gottes Ruf zu hören.» Dieses Wort fasst ziemlich gut zusammen, wie ich über meinen vierjährigen Aufenthalt in einem so schönen Land wie der Schweiz fühle. Vor fünf Jahren habe ich meine Seelsorge an den Tamilen in der Schweiz abgeschlossen und bin in mein eigenes Land zurückgekehrt, um meine Arbeit weiterzuführen. Nach wie vor habe ich sehr schöne Erinnerungen an meine Arbeit im Alpenparadies.

Hilfreicher Weihbischof

Obwohl die Schweiz für mich ein ganz anderes und unbekanntes Land war, hatte ich bei meiner Seelsorgetätigkeit bei den Tamilen ein starkes Gefühl von Freiheit und Glück. Die ersten drei Monate meines Aufenthaltes in der Schweiz waren hart; hie und da sehr hart. Das ungewohnte Klima, die mir unbekannten Leute, die fremde Kultur machten mir zu schaffen. Aber der Generalvikar von Zürich, Weihbischof Peter Henrici, half mir, mich in die neue Situation meiner priesterlichen Mission einzuleben.

Entgegenkommende Kapuziner

Jedes neue Jahr begann im Kapuzinerkloster Olten mit einer heiligen Messe und den guten Wünschen der Patres und Brüder des Klosters. Die Kapuzinergemeinschaft in Olten war sehr entgegenkommend, wann immer ich um Hilfe bat, sei es bei materieller oder spiritueller Hilfe.

Ich bin sehr beeindruckt von ihrem Entgegenkommen, ihrem Verständnis und ihrer Sorge, nicht nur was mich als Tamilenseelsorger betrifft, sondern auch was unsere Sri Lanka-Flüchtlinge in der Schweiz angeht.

Immer unterwegs

In der Schweiz gibt es etwa 36000 tamilische Flüchtlinge. Davon sind nur ungefähr 6000 Katholiken. Sie leben nicht konzentriert an einem Ort, sondern sind über die ganze Schweiz zerstreut. So war ich in meiner Seelsorgetätigkeit immer unterwegs zwischen Genf und St. Gallen und zwischen Basel und Chur. Es bereitete mir immer Freude, mit Zug und Bus zu reisen. Denn die öffentlichen Verkehrsmittel in der Schweiz sind pünktlich. Auch die schönen Landschaften der Schweiz halfen mir, während den langen Reisezeiten, den Geist mit friedlichem Reisen zu entspannen.

Kontrast Bürgerkrieg

In der Schweiz sind alle ohne Unterschied willkommen. Deshalb war es möglich, dass Flüchtlinge mit mehr als 100 verschiedenen Sprachen in der Schweiz Zuflucht gefunden haben. Sie wurden in den Kirchen und deren sozialen Tätigkeiten ohne Diskriminierung aufgenommen. Alle Kulturen werden angenommen, so wie sie sind.

Jetzt arbeite ich für Caritas in Mannar, Sri Lanka, in einem Gebiet, das vom Bürgerkrieg zerrissen ist. Was für ein Kontrast zur Schönheit einer friedlichen Schweiz mit vier Landessprachen und den vielen Kulturen der Flüchtlinge!

Mariastein und Einsiedeln

Sehr berühmt in der Schweiz sind für unsere Flüchtlinge aus Sri Lanka die Madonna in Mariastein in der Nähe von Basel und die Schwarze Madonna in Einsiedeln. Diese beiden Marienwallfahrtsorte sind vor allem bei den Hindus sehr beliebt. Sie teilten mit mir die Gnadengaben, die sie an den beiden Wallfahrtsorten auf die Fürbitte Mariens erhielten.

Ich erinnere mich an zwei Beispiele: Eine Hindu-Familie mit vier Kindern aus Lausanne konvertierte und wurde katholisch. Sie glauben, dass sie ihre Konversion der Fürsprache Mariens verdanken. Ebenso ein Hindu, der konvertierte und ein engagierter Christ wurde und heute mit seiner christlichen Frau und den Kindern eine glückliche christliche Familie bildet.

Hindus bitten um Segen

Obwohl ich ein katholischer Priester bin, kamen viele Hindu-Familien, um den Segen zu erbitten. Sie baten ebenso um ein Gebet für ihre Anliegen.

Auch ich habe die Kraft der Fürbitte von Schweizer Ordensbrüdern erfahren. Wo immer ich Katholiken in geistlichen Belangen für die Sri Lanka-Leute um Hilfe bat, da haben sie mir gerne für die Sakramente und die Liturgie die Türen geöffnet.

Von ganzem Herze danke ich der katholischen Kirche der Schweiz für ihre Grosszügigkeit, welche sie gegenüber meiner Seelsorgearbeit für die Sri Lanka- Flüchtlinge gezeigt hat.
Gerne denke ich an die fünf glücklichen Jahre in Zürich zurück. Herzlich danke ich allen Bischöfen der Schweiz, den Kapuzinern in Olten und den Benediktinern in Einsiedeln und Mariastein.

N. N (Name der Redaktion bekannt)
Übersetzung: Titus Bärtsch

 

ite2008-3

Tamilen

ite 2008/3

Religiöse (Dis-)Harmonie
Traumatisierte Kinder
Tamilenseelsorger im «Alpenparadies»